Duftkerzen: Ein einfacher Trick vor dem Anzünden macht sie im Winter weniger schädlich

Wenn die Wohnungen im Winter dicht bleiben, greifen viele zu Duftkerzen für die Stimmung. Doch was bedeutet das für die Luft, die wir atmen: welche einfachen Schritte senken mögliche Belastungen?

Im Winter bleiben Fenster länger zu, dafür brennen in vielen Wohnungen umso öfter Duftkerzen. Sie schaffen Atmosphäre, sie können aber die Raumluft belasten: Forscher und Behörden verweisen auf flüchtige organische Verbindungen, Feinstaub und Reizstoffe. Studien vergleichen inzwischen Kerzen, Raumdüfte und Räucherstäbchen, die Unterschiede sind deutlich. Am Ende zählen Materialien und Gewohnheiten, und ein einfacher Handgriff vor dem Anzünden kann die Belastung spürbar senken.

Wohlfühlatmosphäre im Winter – zu welchem preis?

Kerzen gehören zum Winter wie dicke Socken und heißer Tee. Das warme Licht beruhigt, der Duft erzählt Geschichten von Vanille, Tanne oder Orange. Doch während die Flamme flackert, verändert sich auch die Luft, die du einatmest. Beeinträchtigt die romantische Atmosphäre unbemerkt die Qualität deiner vier Wände?

Der Blick in Studien ist ernüchternd, aber nicht alarmistisch. Mit wenigen einfachen Schritten lässt sich die Belastung deutlich senken. Du musst nicht auf Kerzen verzichten, sondern bewusster wählen und richtig handeln.

Was stecken duftkerzen in die luft?

Beim Abbrennen entstehen flüchtige organische Verbindungen (VOC) wie Benzol und Formaldehyd. Beides ist in Innenräumen unerwünscht, vor allem, wenn Fenster geschlossen bleiben. Untersuchungen und Empfehlungen des Umweltbundesamts zeigen: In schlecht gelüfteten Räumen steigen Konzentrationen von VOC und Feinstaub spürbar an, besonders bei Paraffinwachs und minderwertigen Duftmischungen.

Eine Rolle spielt auch der Docht. Ungeeignete Dochte und zu lange Flammen setzen mehr Partikel frei, teils sichtbar als Ruß. Saubere Verbrennung braucht Sauerstoff, eine moderate Flamme und geeignete Materialien. Alternativen wie Soja-, Raps- oder Bienenwachs verbrennen in Tests häufig ruhiger als reines Paraffin, ersetzen aber nicht das Lüften.

Vergleich: kerze, räucherstäbchen oder spray?

Die Auswahl ist groß, die Effekte sind verschieden. Vergleichstests deutscher Verbrauchermagazine wie Öko-Test und Bewertungen des UBA zeigen ein klares Muster: Räucherstäbchen setzen oft besonders viele Schadstoffe frei, darunter viel Feinstaub. Duftsprays und manche elektrische Diffuser können hohe Terpen-Gehalte eintragen, die mit Ozon zu Reizstoffen reagieren.

Duftkerzen landen meist im Mittelfeld. Sie sind nicht neutral, aber kontrollierbar, wenn Qualität und Nutzung stimmen. Diffuser mit zurückhaltend dosierten ätherischen Ölen schneiden in gut gelüfteten Räumen häufig besser ab – vorausgesetzt, du vermeidest aggressive Mischungen und Dauerbetrieb.

Tipps für sichereren duftgenuss

Du willst Kerzen nutzen und die Luftbelastung klein halten? Dann zählt vor allem ein Schritt vor dem Anzünden: Kürze den Docht auf etwa 0,5 cm. So bleibt die Flamme klein und stabil, Ruß und Geruchsstoffe sinken messbar.

  • Räume vor und nach dem Abbrennen 5 bis 10 Minuten lüften, auch im Winter.
  • Auf Qualität achten: Wachs aus Soja, Raps oder Bienenwachs; Dochte aus Baumwolle oder Holz.
  • Maximal 2 bis 3 Stunden am Stück brennen lassen, nur 1 Kerze pro Raum.
  • Glasrand sauber halten, Zugluft vermeiden, Kerze mit Löscher statt Auspusten ersticken.
  • Duft dezent wählen und nicht mit Räucherstäbchen oder Sprays kombinieren.

Diese kleinen Anpassungen machen einen großen Unterschied. Und sie kosten dich keine 1.300 euro – nur etwas Aufmerksamkeit.

Über den duft hinausdenken

Kerzen sind Ritual und Ruhepol. Wer bewusster kauft, denkt auch an Herkunft, Nachfüllgläser und kurze Lieferwege. Nachhaltigkeit heißt hier: weniger, besser, gezielter einsetzen.

So bleibt das Licht warm, der Abend ruhig und die Luft klar genug, um durchzuatmen. Und du entscheidest jeden Winterabend neu, wie viel Atmosphäre dir guttut – ohne die Gesundheit aus dem Blick zu verlieren.

Muller Heinrich
Verfasst von Muller Heinrich

Heinrich Muller ist Redakteur und Content-Creator mit Schwerpunkt auf Haushaltstipps, cleveren Alltagslösungen und aktuellen Produktneuheiten von Marken wie Lidl, Action und Co. In seinen Artikeln verbindet er praktische Ratschläge mit ehrlichen Tests und Empfehlungen, die den Alltag einfacher – und oft auch günstiger – machen.